Archiv der Kategorie: Soziales

Artikel im „Hamburger Wochenblatt“ zur Wohnlageneinstufung

Artikel im „Hamburger Wochenblatt“,
Ausgabe St. Georg/Uhlenhorst/Hohenfelde/City/Hafencity
Nr. 24/2016, vom 15.6.2016
http://www.hamburger-wochenblatt.de/st-georg/lokales/streitpunkt-mietenspiegel-d32797.html

Normale oder gute Wohnlage? Das große Einstufen geht weiter

  1. GEORG. In St. Georg gibt es seit Jahren Streit um die Einstufung der Wohnlagen. Normale oder gute Wohnlage ist dann die Frage. Beurteilt wird dies von den Behörden, die nach Hinweisen von Vermietern, Immobilienbesitzern oder anderen Interessierten immer wieder nachprüfen und hin- und her stufen. So wurde in der Koppel vor rund zehn Jahren ein Teilabschnitt zunächst von der normalen in gute Wohnlage umbenannt und nach Klagen der Anwohner wieder zurückbetitelt.

    Lothar Degen, der seit 1974 in der Koppel Nummer 16 wohnt, hat die ganze Prozedur miterlebt und war damals unter den Klägern. Jetzt gab es eine neue Begutachtung der Umgebung und eine erneute Hochstufung in die gute Wohnlage. Die Kriterien, die zur Berechnung herangezogen werden sind für die meisten Mieter kaum nachvollziehbar, und auch Lothar Degen kann keine positive Veränderung seines Umfeldes feststellen, die für eine gute Wohnlage sprechen würde. „Die Koppel hat sich total verdichtet“, so der Grafiker, der dort mit seiner Frau lebt und kaum noch Licht in der Küche hat.

    „Wir können am Tag etwa eine Stunde ohne künstliches Licht in der Wohnung sitzen“, so Lothar Degen, dann würde der Neubau gegenüber so viel Schatten werfen, dass es in den Räumen permanent dunkel sei. Was jetzt zu der erneuten Hochstufung der Wohnlage geführt haben könnte, bleibt für die betroffen Mieter ein Rätsel. Die Entfernung zum Hauptbahnhof sei dieselbe geblieben, Bäume und Grün rund um die Straße, die parallel zur Langen Reihe verläuft, seien eher im Bestand zurückgegangen und die vielen neuen Gewerbetreibenden, die dem Quartier den Ruf des Szeneviertels verpasst haben, sind für die Anwohner eher eine Lärmbelästigung als Glück. Bei einem Treffen der Anwohner und Behördenvertreter im Februar in St. Georg wurde die Forderung laut, mehr Transparenz für die Berechnungen der Wohnlagen zu bieten.

„Ungerechtfertigte Hochstufung“

In 2015 gab es immerhin Veränderungen für die St. Georgstraße, die Rautenbergstraße und Teile der Koppel. „Wir halten die erneute Hochstufung der betreffenden Blockseiten für völlig ungerechtfertigt“, hieß es auch von Seiten des Einwohnervereins mit Michael Joho als Ersten Vorsitzenden. Für die Menschen habe sich nichts in den betroffenen Straßen verbessert und allein der Anstieg des Bodenrichtwerts habe zu dem erneuten Anstieg geführt. Die Verdrängungswelle werde dadurch maßgeblich weiter vorangetrieben, so Joho. „Wir bezweifeln zudem die Wissenschaftlichkeit der Formel zur Berechnung der Wohnlageneinstufung“, so der Einwohnerverein. Die Berücksichtigung der Bodenrichtwerte halten die Anwohner der betroffenen Straßen für völlig überproportionale und im alleinigen Interesse der Grundeigentümer.

Der Einwohnerverein fordert deshalb eine komplette Streichung dieser Berechnungsgrundlage. Lothar Degen hat auch nach der Neueinstufung noch keine Mieterhöhung erhalten, die Angst geht aber um – und das nicht ohne Grund. Schon die letzte Hochstufung hatte den Anwohnern saftige Mieterhöhungen und dadurch die Überlegung ins Haus gebracht, ob die Wohnung überhaupt noch zu halten sei. Familie Degen, die hier mit einer Warmmiete von 110 D-Mark begonnen hat, steht an der Grenze des Möglichen. Eine weitere Mieterhöhung würde ihr Budget übertreffen.

„Wir haben schon überlegt, ein Zimmer unter zu vermieten“, so Lothar Degen. Bei knapp 60 Quadratmetern keine leichte Aufgabe, wenn man bereits zu zweit in einer Wohnung lebt. Wie Familie Degen geht es auch vielen anderen Bewohnern in Hamburg. Die Mieten explodieren und neuer Wohnraum ist kaum zu finden. „Wenn wir umziehen, kommen noch Kosten für Renovierungen und Transport dazu“, erklärt Lothar Degen, der auf jeden Fall versuchen will, im Stadtteil zu bleiben. (kg)

Pressemitteilung des Zusammenschlusses der Hamburger Flüchtlingsinitiativen

AG zur Vorbereitung des Zusammenschlusses Hamburger Flüchtlingsinitiativen
c/o Arnd Boekhoff (Mobil 0176/34 49 74 48), Michael Joho (Mobil 0160/91 48 10 27)
Hamburg, den 17.6.2016

An die Medien der Freien und Hansestadt Hamburg

Betreff: Zusammenschluss der Hamburger Flüchtlingsinitiativen am 20. Juni 2016, 19.00 Uhr

Sehr geehrte Damen und Herren,
nach mehrwöchiger Vorbereitung und insgesamt vier Arbeitstreffen geht der Zusammenschluss Hamburger Flüchtlingsinitiativen nun in die finale Phase.

Die rund 30köpfige Vorbereitungsgruppe lädt für kommenden Montag zur Gründung dieses Zusammenschlusses ein:
Datum: Montag, 20. Juni, 19.00 Uhr,
Ort: Ballsaal des FC St. Pauli, Harald-Stender-Platz 1.

Angesprochen fühlen sollen sich davon alle diejenigen, die geflüchtete Menschen in Hamburg begleiten und in den Unterkünften ehrenamtlich engagiert sind.
Der Zusammenschluss wird einen wesentlichen Beitrag leisten, die Initiativen zum Einen für den Austausch von Informationen und Erfahrungen besser zu vernetzen und zum Anderen das in den vergangenen Monaten öffentlich kaum noch wahrgenommene Engagement tausender Menschen wieder vermehrt in die politische Waagschale zu werfen. Im Interesse einer auszubauenden Kultur des Willkommens und zukünftigen Zusammenlebens.

Wichtige, in den vergangenen Wochen erarbeitete und am Montag zu diskutierende und zu verabschiedende Gründungsmaterialien finden Sie weiter unten.

Über eine Ankündigung würden wir uns freuen.

Mit freundlichen Grüßen

stellvertretend für die ganze Vorbereitungsgruppe:
Hendrikje Blandow-Schlegel (FlüchtlingshilfeHarvestehude e.V.)
Arnd Boekhoff (Hanseatic Help e.V.)
Hakim Chohbishat (Ahwazischer Verein für Menschenrechte)
Diana Ennet (Die Insel Hilft e.V.)
Julia Freudenberg (Rahlstedt hilft)
Johanna von Hammerstein (Flüchtlingshilfe Harvestehude e.V.)
Girija Harland (Bergedorfer für Völkerverständigung e.V.)
Theresa Jakob (Refugees Welcome Karo)
Michael Joho (Refugees Welcome St. Georg)
Gabi Jungitsch (challengeMi e.V.)
Dagmar Overbeck (Human@Human e.V.)
Joachim Tröstler (Herberge für Menschen auf der Flucht e.V.)
Alexander Weil (Welcome to Wandsbek)
Simone Will (kids-welcome, BaSchu e.V)

und Human Human, Westwind HH e.V., Welcome in Barmbek…in Poppenbüttel hilft, Alevitische Gemeinde, Willkommensbündnis-Bahrenfeld, JC for refuggees, Wir sind Eppendorf, Willkommen in Süderelbe, AG kirchliche Flüchtlingsarbeit, BDAJ Hamburg,Harburg solidarisch, Schnackenburgallee/DaF Bahrenfeld, Global College, Bergedorfer Verein für Völkerverständigung, Freiwilligenbörse, Lemsahl hilft, drk Hamburg, Ida Ehre Kulturverein, Freundeskreis Bergstedt, Akademie der Weltreligionen, HamburgIntegriert, Wir in Niendorf, Harburg Solidarisch, Paritätischer Wohlfahrtsverband, Runder Tisch Blankenese, Willkommen Kiwittsmoor, Bündnis Stadt des Ankommens…

Offener Brief an den Senat des Bündnisses „Stadt des Ankommens“

Bündnis für eine Stadt des AnkommensSdA-EINLADUNG-02_A5.indd
c/o Stadtteilbüro St. Georg
Hansaplatz 9, 20099 Hamburg                                                                                                            Hamburg, den 13.6.2016

An
den Ersten Bürgermeister, Herrn Scholz,
die Zweite Bürgermeisterin, Frau Fegebank,
die Sozialsenatorin, Frau Dr. Leonhard,
den Innensenator, Herrn Grote,
die Vorsitzenden der Bürgerschaftsfraktionen der SPD und der GRÜNEN,
Herrn Dr. Dressel und Herrn Dr. Tjarks

Offener Brief

Sehr geehrter Herr Erster Bürgermeister Scholz,
sehr geehrte Frau Bürgermeisterin Fegebank,
sehr geehrte Frau Senatorin Dr. Leonhard,
sehr geehrter Herr Senator Grote,
sehr geehrter Herr Dr. Dressel,
sehr geehrter Herr Dr. Tjarks!

Auf der zweiten öffentlichen Konferenz des Bündnisses für eine Stadt des Ankommens (SdA) am 10. Juni 2016 in der HAW beschäftigten sich rund 150 Teilnehmer*innen mit der Frage „Zusammenleben oder Abschieben?“. Es wird Sie bei dem Namen unseres Zusammenschlusses nicht überraschen, dass wir eine sehr kritische Haltung zur mittlerweile alltäglichen Abschiebung und „Rückführung“ von Geflüchteten einnehmen. Aus aktuellem Anlass möchten wir Ihnen nun drei konkrete Forderungen dieser Tagung übermitteln und erhoffen uns, dass Sie diese im weiteren Diskurs des Senats und der ihn tragenden Parteien beherzigen.

  • Wir lehnen eine Klassifizierung der Maghreb-Staaten Tunesien, Algerien und Marokko als „sichere Herkunftsländer“ ab und fordern Sie als Vertreter der Regierungsparteien auf, sich für eine Ablehnung Hamburgs auf der Bundesratssitzung in der kommenden Woche stark zu machen. Wir begrüßen die Haltung unseres Nachbarn, des Landes Schleswig-Holstein, das bereits ein ablehnendes Votum in Aussicht gestellt hat. Sollte es trotzdem zur Annahme einer solchen Formel mit dramatischen Auswirkungen für die betroffenen Geflüchtete kommen, appellieren wir an den Senat, auf pauschale Abschiebungen zu verzichten und das im Asylrecht verankerte individuelle Prüfungsrecht anzuwenden.
  • Schon aus humanitären Gründen sollte die Freie und Hansestadt Hamburg von einer Abschiebung von Kindern und Jugendlichen, d.h. auch von Familien absehen. We-nigstens aber erwarten wir, dass auf eine Abschiebung von Geflüchteten in resp. aus
    der Ausbildung (Schule, Lehre, Praktikum, Studium) grundsätzlich verzichtet und dies vom Senat auch öffentlich erklärt wird. Oftmals traumatisierten, im Normalfall sicherlich jungen Menschen sollte durch ihren Aufenthalt in Hamburg wenigstens die Möglichkeit garantiert werden, ihre Ausbildung zu beenden und einen anerkannten Abschluss zu machen. Wir begrüßen eine entsprechende Initiative der GEW, die sich für dieses Anliegen einsetzt.
  • Hamburg sollte seine beträchtlichen Ressourcen und Möglichkeiten nutzen, um einen Beitrag zur Lösung der humanitären Katastrophe der Schutzsuchenden in Griechenland zu leisten. Wir schlagen der Freien und Hansestadt Hamburg vor, die nötigen Schritte zu unternehmen, mindestens 500 Idomeni-Geflüchtete nach Hamburg zu holen und ihnen hier eine Zukunftschance zu eröffnen. Was eine Osnabrücker Initiative fordert – die Stadt mit ihren knapp 166.000 Einwohner*innen möge 50 Idomeni-Geflüchtete aufnehmen –, sollte für die mehr als zehnmal so große Elbmetropole kein Problem sein.

Auch wenn es sich im vorliegenden Fall um einen Offenen Brief handelt – wir setzen damit einen Auftrag der o.a. Konferenz um –, wären wir über eine zeitnahe Antwort erfreut.

Mit freundlichen Grüßen
im Namen des Bündnisses für eine Stadt des Ankommens:
Dr. Simone Borgstede (Recht auf Stadt – Never Mind the Papers!)
Peter Bremme (Fachbereichsleiter Besondere Dienstleistungen, ver.di Hamburg)
Lea Degener (Fachschaftsrat Soziale Arbeit, HAW)
Gottfried Eich (Projektkoordination an der Stadtteilschule Wilhelmsburg)
Prof. Dr. Simon Güntner (HAW Hamburg)
Steffen Jörg (GWA St. Pauli e.V.)
Michael Joho (Einwohnerverein St. Georg von 1987 e.V.)
Dirk Mescher (GEW, Landesverband Hamburg)
Christina Röthig (GWA St. Pauli e.V.)
Prof. Michael Rothschuh (Zukunft Elbinsel Wilhelmsburg e.V.)
Friederike Schaak (Fachschaftsrat Soziale Arbeit, HAW)
Prof. Dr. Sabine Stövesand (HAW Hamburg)
Joachim Tröstler (Stadtteilpastor Hamburg-Langenhorn)
Sabine Vielhaben (Refugees welcome Karoviertel)

Das Bündnis „Stadt des Ankommens“ hat sich im Herbst 2015 gebildet. Engagiert sind darin Akteure*innen aus Flüchtlings- und Stadtteilinitiativen, Kirche, Wissenschaft und Gewerkschaften. Am 11.12.2015 wurde eine erste Konferenz unter der Überschrift „Hamburg – Stadt des Ankommens“ mit 300 Teilnehmer*innen durchgeführt. Im Mittelpunkt stand dabei die Frage, welche Bedingungen nötig sind, um das künftige Zusammenleben positiv zu gestalten.

Veranstaltung zum Thema: Patenschaft, Vormundschaft, Pflegschaft

Liebe an Integration und Flüchtlingshilfe Interessierte,
liebe Nachbarinnen und Nachbarn aus St. Georg und umzu,
hiermit laden wir Sie herzlich ein zu unserem Informationsabend:

„Patenschaft, Vormundschaft, Pflegschaft – Voraussetzungen, Recht und Praxis“
Donnerstag, 07. April 2016,
Gemeindesaal der ev. Gemeinde St. Georg 18:30 – 21:00 Uhr      rwstg_stg200
Stiftstrasse 15, 1.OG, 20099 Hamburg-St. Georg

Integration ist eine Langzeitaufgabe, die nur gelingen kann, wenn viele Bürger*innen bereit sind sich zu engagieren. Behörden und Ämter alleine werden es nicht schaffen. Patenschaften, Vormundschaften und Pflegschaften sind geeignete Mittel, die zum Gelingen von Integration beitragen können. Um Fragen zu diesen Themen zu beantworten und Einblicke in die Praxis zu gewähren, haben wir folgende Gäste eingeladen:

Referenten:
Wolfgang Herold –  Abteilungsleiter Fachamt Jugend- und Familienhilfe Betreuung von Flüchtlingen und Asylbewerbern, Bezirksamt Hamburg-Mitte
https://www.hamburg.de/mitte/flucht-und-asyl/2477496/asylbewerberbetreuung/
Adam Muminović Projektkoordinator Pflegefamilien für jugendliche Flüchtlinge,
PFIFF gGmbH  http://www.pfiff-hamburg.de/

Weitere Gäste:
Vormünder*innen aus St. Georg und
eine Pflegefamilie, die aus der Praxis berichten werden.

Moderation: Gode Wilke

Bitte melden Sie sich unter folgender Adresse an: re-we-orga@ev-stgeorg.de
und leiten die Einladung an weitere Interessierte weiter.
Das „Refugees Welcome St. Georg“ Orga-Team freut sich auf Sie / Euch. https://www.facebook.com/refugeeswelcome20099/

Multikulti ist gescheiter

 

Weitere Infos und Veranstaltungen zu den Themen Patenschaft, Vormundschaft und Pflegschaft:
Auftaktveranstaltung des Projekts
„LandungsBrücke ­­­­– Patenschaften für Geflüchtete stärken“

Termin: Sonntag, 3. April 2016, 13.30 – 18.15 Uhr
Ort: Gemeindehaus der Hauptkirche St. Michaelis, Englische Planke 1, 20459 Hamburg
http://www.mentor-ring.org/veranstaltungen

Info-Abende zur Pflege für junge Flüchtlinge:
http://www.pfiff-hamburg.de/termine/

Fahrplan für Flüchtlingspaten
In der Thomaskirche-Hausbruch trifft sich ein Kreis von Flüchtlingspaten oder auch Wegbegleitern.

Diese Gruppe betreut Flüchtlinge, die an Ihren 18. Geburtstag aus der Erstversorgungseinrichtung entlassen werden.

Diese Unterlagen wurden nach besten Wissenstand aus der Gruppe zusammengetragen.

Sollte etwas nicht stimmen, bzw. Anregungen und Ergänzungen bitte an: Sven Anders, patenpapier@sven.anders.hamburg
Kopieren und Weiterverarbeitung dieses Dokuments ist ausdrücklich erwünscht.

Wir freuen uns über eine Rückmeldung wenn dieser Fahrplan für andere Gegenden genutzt wird,  weil wir dann evtl. auch neue Anregungen bekommen.

Stand: 22.03.2016
https://anders.hamburg/fluechtlinge/

Erste Antworten auf häufig gestellte Fragen zu den Themen junge Flüchtlinge und Pflegefamilie finden Sie unter:
http://www.pfiff-hamburg.de/junge-fluechtlinge/faq.html

Der Kinderschutzbund qualifiziert und begleitet fachlich ehrenamtliche Vormünder, die Hamburger Kinder und minderjährige Flüchtlinge bis zum Erreichen der Volljährigkeit rechtlich vertreten und sie im Lebensalltag begleiten. Im Zusammenwirken mit Fachkräften der Jugendhilfe sorgt der Vormund für die Kontinuität im Leben des Kindes, die bestmögliche Schul- und Ausbildungswahl, die medizinische Versorgung, die rechtliche Vertretung, eine Neuordnung der Lebensverhältnisse sowie den Beziehungserhalt zur Herkunftsfamilie.
Durch Einzelgespräche, Telefonberatung, Gesprächskreise, Informations- und Schulungsveranstaltungen unterstützt der Kinderschutzbund die Vormünder in ihrer verantwortungsvollen Aufgabe.
http://kinderschutzbund-hamburg.de/vormundschaften.htmlDiese Veranstaltung wird gefördert von „Demokratie leben“
http://www.vielfalt-stgeorg.de/projekte/demokratie-leben/

Erklärung von Recht auf Stadt zur Flüchtlingsunterbringung

Erklärung des Hamburger Netzwerks
Recht auf Stadt,  rwstg 
unterstützt vom Einwohnerverein St. Georg (10.2.2016)

Migration findet Stadt. Gegen die Hysterie – für eine andere Planung.
Was wir am derzeitigen Notstandsurbanismus kritisieren und warum wir einen „Volksentscheid gegen Großunterkünfte“ für Flüchtlinge für falsch halten.

1. Ein Volksbegehren über Wohnunterkünfte für Geflüchtete, bei dem die Geflüchteten nicht abstimmen können? Geht gar nicht.

Asylbewerberinnen und -bewerber sind nicht wahlberechtigt und können bei einem Volksentscheid nicht mitmachen. Die Anwohnerinnen und Anwohner, die sich in den „Initiativen für Integration“ organisiert haben, erklären zwar, sie handelten auch „im Interesse der Flüchtlinge“, wenn sie gegen den Bau von Großsiedlungen vorgehen. De facto bleiben die Geflüchteten ausgesperrt. Ein solcher Volksentscheid ist ein Angriff auf die elementaren Rechte der Geflüchteten – und ein Angriff auf das Recht auf Stadt.

2. Die Not in den Lagern duldet keinen Aufschub

Die elende Situation in den Containern, Lagerhallen, Ex-Baumärkten und anderen Massenunterkünften muss so schnell wie möglich behoben werden. Auch wenn wir Kritik an der Ausgestaltung der Planung haben: Es ist eine richtige Entscheidung, dass der Hamburger Senat schnell agiert. Hamburg braucht bis 2016 rund 79.000 Plätze. Und das ist nur die offizielle Zahl. Die Not in den Lagern muss durch Umbau von Bestand und durch Neubau behoben werden. So schnell, so viel, so zentral, so hoch wie eben nötig und möglich.

3. Die Gegenvorschläge können die Notmaßnahmen nicht ersetzen.

Um das zu erreichen, kann es auch angemessen sein, Wohnungen per Polizeirecht durchzusetzen. Verließe sich der Senat allein auf das normale Planrecht, könnte es Jahre dauern, bis die benötigten Unterkünfte gebaut würden. Dass es viele gute Gründe gibt, skeptisch gegenüber den neuen Wohnsiedlungen zu sein, ist unbenommen. Sie liegen zumeist am Stadtrand, sind architektonisch oft eher einfallslos, man hat bisher zu wenig Anstrengungen unternommen, um die Communities vor Ort zu involvieren – schon gar nicht die Refugees, die hier wohnen sollen. Trotzdem: Die Gegenvorschläge der protestierenden Anwohnerinnen und Anwohner und der in der IFI organisierten Inis reichen nicht, um die Geflüchteten mit Wohnraum zu versorgen. Ein „Viertelmix“ im Geschosswohnungsbau (25% Wohnungen für Geflüchtete) oder die „Angebote der Grundeigentümer“, die die Stadt angeblich ausschlägt, sind allenfalls eine Ergänzung zu den notwendigen Baumaßnahmen – und als solche müssen sie ernsthaft diskutiert werden, genau so wie die Flächen, die die Initiativen vorschlagen. Aber: Mit einer „Überall bloß nicht hier“-Haltung ist ein Volksentscheid nichts anderes als eine lokale Obergrenzen-Diskussion.
Erklärung von Recht auf Stadt zur Flüchtlingsunterbringung weiterlesen